Aus- und Weiterbildung

Durch jede Tätigkeit, durch jeden Arbeitsschritt im Verlaufe eines Prozesses in der Industrie wird Mehrwert erschaffen. Stoffe werden zur Verarbeitung aufbereitet, Rohprodukte werden Verarbeitet und Veredelt. Dienstleistungen werden Erbracht. Jeder Schritt hat seinen Platz in der Wertschöpfungskette.

Arbeit schafft also Mehrwert. Was aber ist mit Ideen. Was ist mit Gedanken? Arbeitet eine Fachkraft in der Weiterbildung und Seminaren, lehrt jeden Tag Wissen, erklärt komplizierte Sachinhalte, schafft dies auch einen Mehrwert? Ja das tut es. Nicht direkt, aber das tut es. Die Schüler werden irgendwann selber zu Fachkräften, erledigen in der Wirtschaft Arbeitsschritte, erhöhen den Mehrwert. Ein Hauswart wird durch einen Lehrgang zum Hausmeister, verrichtet komplexere Arbeit, schafft in der Zeit Mehrwert. Genau da wird der an sich fehlende Mehrwert des Lehrers und Dozenten kompensiert, hier wird er aufsummiert. Und zwar nicht nur in der Menge, in der gelehrt wurde, sondern das ganze restliche Arbeitsleben des ehemaligen Schülers lang. Lehren schafft also nicht nur Mehrwert, Lehren generiert Faktoren, welche massiv zum mehren des Arbeitwertes beitragen. In einer Gesellschaft lohnt es sich also, ganz auf die Karte Aus- und Weiterbildung zu setzten. Langfristig wird sich das auszahlen, mit Bestimmtheit. Das wussten schon die alten Herren in Griechenland. Deren Knaben wurden bereits mit höherer Mathematik, Philosophie und Geschichte gequält – Bis die Hochkultur vollendet war.

Weiter wussten die klugen Köpfe schon damals, dass der Beste seines Faches den Lehrstuhl besetzten soll. Natürlich ist es verlockend, der Beste produktiv ein zu setzen. Doch sein Wissen und seine Fähigkeit sind zu wertvoll, um lediglich in der Produktion ein zu setzen. Lehren ist eine edle Tätigkeit, der oftmals viel zu wenig Anerkennung gezollt wird. Dies schlägt sich schlussendlich auch in den heutigen Lohnsystemen durch, wo die bildenden gegenüber ihren Kollegen in der freien Marktwirtschaft oftmals nicht mithalten können. Schade nur, wenn dadurch der nächsten Generation die bestmöglichste Ausbildung verwehrt bleibt.